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Der Dienst hat versagt2021-12 (Bußgeld); 2025-10 (Urteil des Berufungsgerichts)

Grindr: Bußgeld von 65 Millionen NOK wegen Weitergabe von Nutzerdaten bestätigt

Die norwegische Datenschutzbehörde verhängte gegen Grindr ein Bußgeld von 65 Millionen NOK, weil Nutzerdaten ohne gültige Einwilligung an Werbepartner weitergegeben wurden. Das Bezirksgericht Oslo und das Berufungsgericht Borgarting bestätigten das Bußgeld.

Was geschah

Nach einer Beschwerde des Norwegischen Verbraucherrats im Jahr 2020 stellte die norwegische Datenschutzbehörde (Datatilsynet) fest, dass Grindr personenbezogene Daten seiner Nutzer ohne gültige Einwilligung für verhaltensbasierte Werbung an Dritte weitergegeben hatte. Die Behörde befand außerdem, dass bereits die Tatsache, dass jemand Grindr nutzt, eine Information über die sexuelle Orientierung oder das Sexualleben ist, die nach der DSGVO besonderen Schutz genießt. Im Dezember 2021 verhängte sie ein Bußgeld von 65 Millionen NOK. Die Beschwerdekommission für Datenschutz (Privacy Appeals Board) bestätigte das Bußgeld 2023, das Bezirksgericht Oslo tat dies 2024 ebenfalls. Am 21. Oktober 2025 wies das Berufungsgericht Borgarting die Berufung von Grindr in einem einstimmigen Urteil zurück und ließ das Bußgeld unverändert. Laut NRK stellte das Gericht außerdem fest, dass Grindr Standortdaten an seine Werbepartner weitergegeben hatte.

Was ist dokumentiert

  • Datatilsynet: Grindr gab Nutzerdaten ohne gültige Einwilligung an Werbepartner weiter; Bußgeld von 65 Millionen NOK (Dezember 2021).
  • Beschwerdekommission für Datenschutz (Privacy Appeals Board, 2023) und Bezirksgericht Oslo (2024): Bußgeld bestätigt.
  • Berufungsgericht Borgarting (21. Oktober 2025): Berufung zurückgewiesen, Bußgeld bestätigt; Grindr muss 550.000 NOK Verfahrenskosten zahlen (NRK).
  • NRK, das aus dem Urteil zitiert: Der Verstoß wird als „grob und vorsätzlich“ eingestuft (aus dem Norwegischen übersetzt).

Was ist nicht festgestellt

  • Ob Grindr Revision beim Obersten Gerichtshof eingelegt hat; zum Zeitpunkt des Urteils war es nicht rechtskräftig. Wir haben keine öffentlichen Informationen über eine Revision beim Obersten Gerichtshof gefunden (geprüft am 2026-10-21).
  • Welche Werbepartner die Daten erhielten und wie sie diese verwendeten.

Was das für Sie bedeutet

  1. Deaktiviere in den Einstellungen der App personalisierte Werbung und Werbe-Tracking.
  2. Beschränke oder setze auf deinem Smartphone die Werbe-ID zurück (iOS: Tracking; Android: Anzeigeneinstellungen).
  3. Gehe davon aus, dass die Nutzung einer LGBTQ+-App sensible Informationen über dich preisgeben kann, und erlaube den Standortzugriff nur, solange die App verwendet wird.

Unsere Einschätzung

Quellen

Zuletzt geprüft

20.10.2026